Im Rahmen unserer jährlichen Benchmarkanalyse bewerten wir seit 2003 die Qualität der Online-Geschäftsberichte börsennotierter Unternehmen aus den Indizes DAX/MDAX (Deutschland), Dow (USA), ATX (Österreich), EuroStoxx und SMI (Schweiz). Die Indizes FTSE (Großbritannien) sowie AEX/AMX (Niederlande) wurden 2005 erstmalig in die Untersuchung einbezogen. In diesem Jahr haben wir die Analyse um die Indizes CAC (Frankreich) sowie MIB (Italien) erweitert.
Vergleichen Sie die Ergebnisse nach Indizes und Jahren mit unserem
interaktive Kennzahlenvergleich:
Insgesamt wurden in den Monaten Juli und August über 400 Unternehmen untersucht. In einem ersten Schritt sahen wir uns an, in welcher Form diese den aktuellen Geschäftsbericht über die Corporate Website zugänglich machen.
Grundsätzlich lassen sich drei Präsentationsformen unterscheiden:
- PDF – der Geschäftsbericht wird als PDF-Datei zum Download angeboten. [2009: 29,3 %]
- JPG-Show – die Einzelseiten des Printberichts werden zu JPG bzw. Bildern konvertiert. Ein HTML-Rahmen erlaubt wenig mehr als das Durchblättern dieser Bildergalerie. [2009: 22,0 %]
- HTML-Umsetzung – die Inhalte des Geschäftsberichts werden vollständig in HTML umgesetzt. [2009: 48,7 %]
Während es sich bei den Varianten PDF-Download und JPG-Show um kostengünstige und wenig zeitaufwändige Formen der Präsentation handelt, ist die vollständige HTML-Umsetzung der Berichtsinhalte die einzig mediengerechte Variante. Sie ermöglicht die Nutzung der spezifischen Vorteile des Onlinemediums.
Dazu gehört die Verlinkung weiterführender oder verwandter Inhalte ebenso wie die Suchfunktion, die ein komfortables Auffinden von Inhalten ermöglicht. Die Aufbereitung von Tabellen im XLS-Format und die Möglichkeit direkter Textentnahme erleichtern die Weiterverarbeitung der Daten. Schließlich sind viele Formen von Interaktivität denkbar – von der Dateisammlung über einen interaktiven Kennzahlenvergleich bis hin zum Onlineglossar.
Generell beobachten wir seit Jahren einen deutlichen Trend hin zur qualitativ hochwertigen HTML-Umsetzung. Aktuell stellt bereits fast jedes zweite untersuchte Unternehmen [48,7 %] den Geschäftsbericht in dieser Form zur Verfügung. Der Anteil der Unternehmen, die eine JPG-Show [22,0 %] oder PDF [29,3 %] anbieten, sinkt im langjährigen Vergleich kontinuierlich. Auch zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen der sinkenden Unternehmensgröße und der Entscheidung für eine dieser beiden nicht mediengerechten Varianten.
Bezogen auf die Gesamtzahlen, stehen die diesjährigen Ergebnisse im Einklang mit der langjährigen Entwicklung. Selbst in der Krise steigt der Anteil der HTML-Umsetzungen noch leicht auf 48,7 %, die Dynamik schwächt sich jedoch ab [Vorjahr: 47,3 %]. Der Anteil der JPG-Shows bleibt konstant bei 22,0 % [Vorjahr: 21,4 %]. Die Variante PDF-Download verliert weiter an Boden 29,3 % [Vorjahr: 31,3 %].
Allerdings zeigt ein Blick auf die einzelnen Indizes, dass es auch Ausnahmen gibt. Sowohl in Großbritannien [64 %, Vorjahr: 58 %] als auch in den Niederlanden [42 %, Vorjahr: 37 %] ist der Trend zu vollwertigen HTML-Umsetzungen ungebrochen. Demgegenüber ist in der Schweiz [10 %, Vorjahr: 16 %] der ohnehin niedrige Anteil der HTML-Umsetzungen im Vergleich zum Vorjahr noch einmal deutlich gesunken.
Nach Indizes getrennte Analysen der HTML-Umsetzungen finden Sie auf den folgenden Seiten:

